Gemeinde Öhningen

Öhningens Geschichte

13 Mio. Jahre v. Chr.

 

Das „Öhningium“, eine geologische Schicht, entsteht als Teil der Oberen Süßwassermolasse und birgt prächtige Fossilien, die den Namen Öhningen weitum bekannt machen werden. In den um 1500 n. Chr. eingerichteten Steinbrüchen werden Bausteine, Bodenplatten und Brennkalk gewonnen. Künstler wie der Bildhauer Morinck verwenden die Öhninger Kalke als Rohstoff für ihre berühmten Kunstwerke. 
Ab 1708 werden die Versteinerungen publiziert und in der Folge erforschen Wissenschaftler bis in unsere Zeit immer wieder die Brüche und finden eine Vielzahl von versteinerten Tieren und Pflanzen. Seit 1935 stehen die Fundstellen unter Naturschutz.

3825 – 2700 v. Chr.

 

Mehrere Siedlungen des Jung- und Endneolithikums entstehen am Seeufer auf der heutigen Gemarkung. 
1811 findet der Wangener Bauernbub Kaspar Löhle erste Steinbeile und Pfahlstümpfe am Seeufer bei Wangen, die erst später (ab 1854/56) mit Überresten von menschlichen Siedlungen in Verbindung gebracht werden. Die modernen Pfahlbau-Archäologen finden noch weitere Kulturschichten, u.a. der Horgener Kultur (3300-3000 v. Chr.) und der Schnurkeramikkultur (2700-2600), und verschiedene Funde aus der frühen bis späten Bronzezeit (1600 –800 v. Chr.). Funde sind im Museum „Fischerhaus“ in Wangen ausgestellt.

Ende 7./Anfangs 8. Jh.

 

Bestattungen auf einem alemannischen Gräberfeld im Öhninger Gewann Breitlen. 
Alemannische Gräber gibt es auch in Schienen.

788

Öhningen wird erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen zusammen mit Weiterdingen erwähnt. Der Schenker Iringus übereignet „zum Heil seiner Seele“ alles, was er in Öhningen besitzt, dem Kloster St. Gallen.

800

Erste Erwähnung von Schienen. Der Ortsherr Scrot „von Florenz“ veranlasst bei der Schienener Michaelkapelle die Gründung einer geistlichen Gemeinschaft, aus der sich das Kloster Schienen entwickelt. 
909 kommt das Kloster an die Reichenau, erscheint später als Propstei und kommt mit der Reichenau 1540 an den Bischof von Konstanz, der auch weltlicher Herr von Schienen wird.

10. Jh.

Öhningen gehört mit großer Wahrscheinlichkeit der Familie des Grafen Kuno.

             

965 Graf Kuno „von Öhningen“ stiftet ein Benediktinerkloster in Öhningen zu Ehren der Heiligen Peter, Paul und Hyppolith (später auch Verena) und überträgt dem Kloster eine beachtliche Grundausstattung mit Besitzungen in vielen Orten des Hegau. Öhningen ist eines der vielen frühen Klöster an Rhein und Untersee, die diese Region zu einem Zentrum des geistlichen, aber auch künstlerischen, wirtschaftlichen und politischen Lebens jener Zeit machen.

1155

Erste Erwähnung von Kattenhorn und Wangen. Kaiser Friedrich Barbarossa gibt die Vogtei (weltlichen Schutz) über das Kloster an den Bischof von Konstanz ab. Die Wasserburg Kattenhorn wird in der Urkunde genannt. Sie erscheint später im Besitz der Propstei Öhningen und danach ab 1444/45 im Besitz des Hauses Fürstenberg, das die Burg bis 1857 zuerst als Oberlehenschaft, dann im Eigentum behält.

1166

Die Schirmvogtei über die Propstei Öhningen ist im Besitz der Staufer, aber 1191 wieder bei den Bischöfen von Konstanz.

1291

Die Burg Marbach wird erwähnt, in dem hauptsächlich die Konstanzer Stadtadelsfamilie von Ulm, aber zeitweise auch andere adelige Geschlechter wohnen. Das spätere Schloss wird im 19. Jh. zu einem Sanatorium, dann gehört es dem Mannheimer Traktorenfabrikanten Heinrich Lanz, danach dient es als Offiziersheim der deutschen Luftwaffe und später der französischen Besatzungsmacht. Es wird heute von einer Stiftung als komfortable Fortbildungsstätte genutzt.

1315

Es werden Besitzungen des Klosters Katharinental in Öhningen genannt.

1367

Die Fischersiedlung Stiegen wird erwähnt, wo sich auch ein Wirtshaus befindet. Stiegen ist später Lager und Umschlagplatz für den Weinhandel, wofür 1537 sogar ein Lagerhaus erstellt wird.

1378

Die Propstei wird mit Augustiner-Chorherren besetzt, die bis zur Aufhebung des Klosters 1805 in Öhningen bleiben.

1395

Weinbau wird zum erstenmal in Öhningen bezeugt, in Wangen schon 1280. Im 19. Jh. werden zu zwei Dritteln Weiß- und zu einem Drittel Rotwein angebaut, der sehr gelobt wird. 1809 gab es allein in Öhningen eine Rebfläche von annähernd 90 ha, 1882 noch 65 ha, 1905 50 ha, 1914 30 ha, 1924 10 ha, 1960 1,2 ha und 1965 0,85 ha. In letzter Zeit erfreut sich der Weinbau am Untersee einer kleinen Renaissance.

1427+1441

Im Städtekrieg wird Öhningen in Mitleidenschaft gezogen.

15. Jh.

Der Propstei Öhningen gelingt es in der folgenden Zeit, durch Kauf und Schenkungen beträchtlichen Grundbesitz in Öhningen zu erwerben. 
Erst in dieser Zeit ist die Burg Oberstaad erstmals urkundlich nachzuweisen.

1425

Besitz einer Gemeinde Öhningen in Form von Weide wird genannt. 1445 erscheint auch Wald und 1561 eine Allmende als Gemeindebesitz.

1445

Das Dorf Öhningen als Gemeinde erscheint in den Urkunden, die von den „Dreiern“ geführt wird. Ein Bürgermeister tritt erst 1766 urkundlich auf.

1497

Als „Gemeinde“ tagt erstmals ein „Gemeindeparlament“, das mit je 12 Personen von der Herrschaft und der Bürgerschaft von Öhningen besetzt ist. 
Die Gemeinde besitzt später (1802) ein Rathaus im Endorf, das auch die Schule enthält.

1535

Das Kloster Öhningen wird in das Hochstift Konstanz inkorporiert, d.h. der Bischof von Konstanz verleibt sich die Besitzungen des Klosters ein. Der Klostervorsteher heißt nicht mehr Propst, sondern Dekan, später Prior und Superior. Das Kloster bleibt recht klein und zählt bei der Aufhebung 1805 nur noch 5 Konventuale. Mit dem Kloster kommt auch das Dorf Öhningen an den Bischof von Konstanz, der weltlicher Herr bis Juli 1803 bleibt.

1594

Zum erstenmal erfahren wir etwas über die Größe von Öhningen: 132 Häuser und 8 Hofstätten (ohne Kattenhorn und die Höfe).

1600

In dieser Zeit gibt es schon Schulunterricht für die Kinder von Öhningen, der durch einen Chorherrn des Klosters erteilt wird. 
Später im 18. Jh. werden die Kinder von Schienen in Öhningen unterrichtet. Ein Schullokal muss schon vor 1705 bestanden haben.

17. Jh.

In dieser Zeit lassen sich jüdische Familien in Wangen nieder, woraus sich eine jüdische Gemeinde entwickelt, die bis auf 233 Mitglieder (1865) ansteigt, einen eigenen Friedhof und eine Synagoge besitzt, letztere wird in der „Pogromnacht“ 1938 von den Nationalsozialisten zerstört. 1940 werden 7 Wangener Juden deportiert, von denen nur 2 befreit werden.

1630

Der Vorgänger des heutigen Gasthauses „Adler“ wird genannt. Bis ins beginnende 20. Jh. gibt es noch 2 Tafernwirtschaften und daneben immer wieder kurzlebige Buschwirtschaften. 1865 wird eine Brauerei gegründet. Öhningen besaß mehrere Mühlen.

1650

Das jetzige Rathaus wird als Sitz des bischöflichen Obervogts in Öhningen gebaut.

1684

Abschluss des Raßlerischen Vertrags, der die Seemitte als Grenze zur Schweiz festlegt.

1701

Es gibt folgende Handwerker in Öhningen: 6 Küfer (wegen des starken Weinbaus), 4 Schuster, 3 Schneider, je 2 Schreiner, Barbiere, Schiffsbauer, Metzger, und Schmiede, und je 1 Kannengießer und Glaser.

1803

Öhningen, Schienen und Wangen kommen an Baden, und zwar bis 1810 zum Amt Bohlingen, dann bis 1872 zum Bezirksamt Radolfzell und nach dessen Auflösung zum Bezirksamt, ab 1939 Landkreis Konstanz.

1805

Erst nach der Aufhebung der Propstei wird eine eigene Pfarrei in Öhningen gegründet.

1838

Die Klostergebäude werden vom badischen Staat für 700 fl. an die Gemeinde verkauft.

1901-1903

1901 Gründung eines ländlichen Kreditvereins und 1902/03 eines Gewerbevereins.

1911

Die Elektrizität kommt nach Öhningen.

1914-1918

Erster Weltkrieg – die Gefallenen und Vermissten: Öhningen 43, Schienen 27, Wangen 36

1939-1945

Zweiter Weltkrieg – die Gefallenen und Vermissten: Öhningen 96, Schienen 24, Wangen 38

1954

Der größte Teil des Schienerbergs wird zum Landschaftsschutzgebiet. 
Die evangelische Höri-Pfarrei wird gegründet, nachdem es protestantische Gläubige schon seit 1818 im Ort gibt. 
Früher diente das Gastzimmer im „Schönblick“ als Gottesdienstraum.

1959

Die evangelische Petruskirche in Kattenhorn wird geweiht.

1961

Ein 400 m breiter Uferstreifen wird zum Naturschutzgebiet.

1969

Die neue Leichenhalle auf dem Friedhof Öhningen wird am Volkstrauertag eingeweiht.

1970

In der Gesamtgemeinde gibt es 130 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten mit 463 Beschäftigten.
Der Abwasserverband Öhningen-Wangen wird gegründet. Ein Jahr später wird der Anschluss an die Zentralkläranlage Stein am Rhein bewilligt.

1974

Einwohnerzahlen: Öhningen 1630, Schienen 533, Wangen 984, zusammen 3147.
Die Schulleiterin Veronika Flach und die Ärztin Dr. med. Liesel Cordes-Ruch werden Ehrenbürgerinnen von Öhningen.

1975

Die heutige Gemeinde Öhningen entsteht durch die Vereinigung der früher selbständigen Gemeinden Öhningen und Wangen und der Eingemeindung von Schienen. Das Gemeindegebiet umfasst 2818 ha. Am 2. Januar findet die erste Sitzung des neuen Gemeinderates statt. 
Am 7. April wird Hermann Lohner als Bürgermeister der neuen Gemeinde verpflichtet.
Die renovierte Pfarrkirche von Öhningen wird festlich eingeweiht. 
Im Herbst wird der Kindergarten Schienen eröffnet.

1976

Die neue Gemeinde erhält ein neues Gemeindewappen, das aus einer Kombination der Wappen der früheren Gemeinden besteht.

1978

Zum 40. Jahrestag der „Pogromnacht“ findet eine Feierstunde am Gedenkstein für die Wangener Synagoge statt.

1980

Nach langen Vorarbeiten wird der Flächennutzungsplan genehmigt

1982

Am 2. Juni stirbt überraschend der bekannte Industrielle und Ehrenbürger Dr. Herbert Quandt. 
Ein erstes Dorffest wird in der Oberdorfstraße veranstaltet.

1983

Altbürgermeister Max Schnur und Klara Utt werden Ehrenbürger.

1984

Erste Kontaktaufnahme mit dem französischen Ort Mérinchal, aus der sich eine lebendige 
Partnerschaft entwickelt. 
Renovation der Bruderschaftskapelle in Öhningen.

1986

Der Ortsteil Wangen erhält das Prädikat „ Anerkannter Fremdenverkehrsort“. 
Das „Fischerhaus“ in Wangen wird als Museum eröffnet und zeigt Funde aus den Öhninger Steinbrüchen und von den Pfahlbauten.

1999

Der Ortskern von Öhningen wird unter Denkmalschutz gestellt.

2004

Einweihung des neu renovierten Rathauses in Öhningen

 

Text: Kreisarchiv Konstanz

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